Verfasst von: glaeser | 3. Oktober 2010

Wir bedauern, wir loben, wir fragen, wir machen weiter!

Liebe MitstreiterInnen und Mitstreiter für eine weiterführende Schule in Jesteburg!

Am 21. September 2010 haben Jesteburger Bürgerinnen und Bürger wiederholt eindrucksvoll auf einem Informations- und Diskussionsabend gezeigt, dass ihnen eine weiterführende Schule vor Ort ein wichtiges Anliegen ist.

Am Dienstag danach allerdings sind wir auf den Boden der politischen Realität gestellt worden: Das Niedersächsische Kultusministerium hat – vertreten u.a. durch den Leiter der Landesschulbehörde, Herrn Ministerialdirigent Jan ter Horst, in einer Sitzung mit Vertreterinnen und Vertretern aller Kreistagsfraktionen, dem Schulträger, dem Jesteburger Samtgemeindebürgermeister und einem Mitglied der Schulinitiative mitgeteilt, dass unser innovativer Jesteburger Modellversuch nicht genehmigungsfähig ist. Dafür wurden schulrechtliche Begründungen angeführt. Ein Schulversuch wird nur dort genehmigt, wo eine Schule ist. Hier war einst eine (Hauptschule /Orientierungstufe /Realschulaußenstelle) das aber zählt nicht – so schließt sich der Kreis.

In diesem Zusammenhang lobt die Schulinitiative ausdrücklich den konstruktiv kritischen Einsatz der FranktionsvertreterInnen aller Parteien des Landkreises Harburg im Gespräch mit den Verantwortlichen aus Hannover.

Die Schulinitiative Jesteburg ist über die negative Entscheidung der Landesregierung außerordentlich enttäuscht – viele Jesteburger Eltern sind empört – hatten doch einige Signale aus Hannover eine größere Aufgeschlossenheit für unseren Weg vermuten lassen.

Wir fragen uns:

  • Weshalb soll in unserem niedersächsischen Bundesland nicht als Schulversuch erlaubt sein, was in dem immerhin auch von der CDU regierten Schleswig Holstein offiziell möglich ist? Weshalb darf eine von der Wirtschaft hoch finanzierte Privatschule, die „Neue (VW) Schule Wolfsburg“ leistungsgemischt und teilweise jahrgangsübergreifend von Klasse 1 – 10 unterrichten – ein öffentlicher Schulversuch nicht?
  • Weshalb darf im Landkreis Schaumburg eine private IGS einzügig arbeiten, während alle anderen aus pädagogischen Gründen fünfzügig sein müssen? (Die Christliche Grundschule „Immanuelschule“ am Bückeburger Nordharrl wird mit Beginn des Schuljahrs 2011/2012 zu einer Integrierten Gesamtschule (IGS). Sie startet einzügig!!!!)

Die Jesteburger Schulinitiative will innovative Schulentwicklung nicht dem Privatschulanbietern allein überlassen.

Wir fordern stattdessen weiterhin, dass das Land Niedersachsen den lokalen Schulentwicklungsprozess dort konstruktiv stützt, wo eine engagierte Elternschaft, ein aufbrechendes Schulkollegium, eine kreative Universität und eine vorausschauende Kommunalpolitik ein lokal passendes innovatives Schulmodell zum Wohle der Kinder unter den Maßgaben des demographischen Wandels entwickelt haben und als Schulversuch etablieren wollen.

Trotzdem müssen wir jetzt auch Privatschulalternativen prüfen.

Der Schulausschuss des Landkreises Hannover hat am Mittwoch getagt und hat den Schulstandort Jesteburg weiterhin auch zukünftig als ungelöstes Problem auf der Tagesordnung. Allerdings wird abgewartet, welche schulrechtlichen Entscheidungen in den nächsten Wochen in Hannover von der Landesregierung gefällt werden. Dabei spielen die verbindlichen Zügigkeiten der einzelnen Schulformen (z.B. Vierzügigkeit / Dreizügigkeit für Gesamtschulen) eine wesentliche Rolle.

Es bleibt für uns dabei:  Jesteburg braucht eine eigenständige weiterführende Schule.

Nathalie Boegel, Steffen Burmeister, Karl-Heinz Glaeser

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