In Jesteburg haben wir ein pädagogisches Glanzstück: unsere Grundschule – eine Volle Halbtagsschule. Der Status der Vollen Halbtagsschule soll uns jetzt genommen werden. Auch hier greifen die Sparmaßnahmen der Landesregierung. Statt der angemessenen Ausstattung, die einen Unterricht garantiert und bei Abwesenheit des Lehrers (Krankheit/Klassenfahrt/Fortbildung/ … es kann da viele Gründe geben) nicht auf Kompensation durch Basteln mit engagierten Hilfskräften setzt, kommt jetzt die vergleichsweise schmalspurige Variante der Verlässlichen Grundschule. 47 Lehrerstunden weniger pro Woche. Alle modernen pädagogischen Konzepte inklusive der jahrgangsübergreifenden Klassen sind gefährdet.
Begleitet wird das alles von Propaganda der politisch Verantwortlichen:
„Seit 2004 wurden 78 Volle Halbtagsschulen auf eigenen Wunsch wegen der höheren Flexibilität in Verlässliche Grundschulen umgewandelt“ ist eine Verdrehung der Fakten: den Vollen Halbtagsschulen wurden 2004 die Vertretungsreserven so weit zusammengestrichen – und den Verlässlichen Schulen gleichzeitig neue Budgets für Vertretungsmanagement offeriert, dass viele Standorte gar nicht anders konnten, als der Umwandlung in die reduzierte Ausstattung zuzustimmen. Insofern ist der ‚eigene Wunsch’ in diesem Zusammenhang eine zynische Formulierung.
Es würden „durch Umwandlung in eine Verlässliche Grundschule, die pädagogischen Konzepte nicht zwangsläufig schlechter“ klang früher noch anders: als die SPD-Regierung, auch aus finanziellen Motiven, die VHT durch das verlässliche Modell ersetzen will sagt die CDU „Aber meinen Sie denn allen Ernstes, dass durch ihr Angebot der Verlässlichen Grundschule – ‚Billigmodell’ nenne ich das ganze – irgendjemand veranlasst sein könnte, seine Volle Halbtagsschule, so wie wir sie kennen, zu opfern?“* … ein paar Jahre später drückt der, der das gesagt hat, die Billigvariante selbst durch: Bernd Busemann, bis letztes Jahr CDU-Kultusminister unter Christian Wulff.
Wie Politik funktioniert. Der Schulelternrat der Grundschule bittet die Eltern, ich dazu bei den zuständigen Landtagsabgeordneten zu melden: http://www.gsjesteburg.de/
