Verfasst von: burmeister | 5. Mai 2009

Großes Leid und tiefe Krise

Nicht wirklich tröstlich ist es, dass das (fast) einzige andere Land mit früher Selektion schon nach der 4ten Klasse – Österreich – von ähnlichen Sorgen geplagt ist. Die Diskussion in Österreich ist ähnlich, auch dort formieren sich diejenigen, die Wandel und Weiterentwicklung propagieren, die für längere gemeinsame Beschulung argumentieren.

standart Und auch in Österreich werden die Hemmnisse deutlich benannt: „das eigentliche Problem ist die Unfähigkeit zur Änderung an sich, die Erstarrung […]. Der staatliche Top-down-Prozess, bei dem oben Änderungspläne hineingestopft werden, hat über all die Dekaden versagt. […].Änderungsprozesse brauchen eine von zwei Bedingungen: großes Leid und entsprechend tiefe Krise (siehe Wirtschaftskrise) – oder eine plausible Alternative in Form von Konkurrenz. Beides fehlt offenbar dem Schulsystem. Den Leidensdruck erfahren vor allem Kinder und Jugendliche, die mit Schulversagen oder psychischen Problemen reagieren; Eltern weichen mit Nachhilfe aus, aber entwickeln selten den Druck zu großen Änderungen“.

Genau dieser Druck kommt aber hier langsam auf.

Der ganze lesenswerte Artikel – am Ende ein Plädoyer für mehr Konkurrenz der Modelle im Bildungssystem – steht auf derStandart.at.


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