Verfasst von: burmeister | 16. März 2009

Der Ultra-Langstreckenlauf in der Bildungsdiskussion

Das ist im Kern der immer wieder vorgetragene Kritikpunkt: „Durch das Schulsystem werden schon zehnjährige Kinder – und in der Regel definitiv – in Leistungsgruppen eingewiesen, die durch das Berechtigungswesen einer entsprechenden Gruppierung den sozialen Positionen zugeordnet sind. (…) Die Schule ist deshalb ein sozialpolitischer Direktionsmechanismus , der die soziale Struktur stärker bestimmt als die gesamte Sozialgesetzgebung der letzten 15 Jahre.“

Nicht gerade ermutigend, das zu zitieren, denn die so ausgesprochene Meinung stammt aus dem Jahr 1964 und ist kein Kommentar zur aktuellen (?!?) deutschen Bildungsdiskussion. Geschrieben hat das der Pädagogen Georg Picht unter dem Titel „Die deutsche Bildungskatastrophe“ in der Wochenzeitung „Christ und Welt“ (zitiert nach dem sehr lesenswerten Artikel von Joachim Weiner für den Deutschlandfunk: „Die deutsche Bildungsreform Teil 2: Exzellenz und Effizienz“).

1964. Vor 44 Jahren. Und wir arbeiten immer noch dran.

Was Weinert schade findet, ist dass die notwendige offene und breit angelegte Diskussion über die Strukturen unseres Bildungssystems seitdem nicht wirklich stattgefunden haben. Die hätten vielleicht „dazu beigetragen […], die erstarrten Fronten zwischen den Verteidigern des dreigliedrigen Schulsystem und den Gesamtschulbefürwortern aufzubrechen und den Weg für eine Lösung frei zu machen, mit der beide Seiten hätten leben können“. Dass das nicht passiert ist finden wir auch schade.

Wir arbeiten daran, über unsere parteiübergreifende Aktivität hier in Jesteburg genau dieses Manko zu überwinden.


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