Verfasst von: burmeister | 2. März 2009

Fortgesetztes Foulspiel der Landesregierung

Wir erinnern uns ja noch gern an unseren Besuch beim Ministerpräsidenten letztes Jahr (besuch_bei_wulff); wir hätten wohl aber deutlicher formulieren müssen, was Elternwille in Niedersachsen ist – irgendwie ist die Botschaft nicht richtig angekommen …

… da hat spürbar schweren Herzens der Ministerpräsident das Gesamtschulverbot aufgehoben, jetzt entstehen reihenweise die Gründungsinitiativen und Eltern verstehen mehr und mehr das Potential, das in der gemeinsamen Beschulung liegt. Es gibt Umfragen zur Schulwahl im ganzen Land und die Eltern entscheiden sich zunehmend für eine IGS vor Ort:

  • Lüneburg 32%,
  • Lehrte 70%,
  • Schortens 47%
  • bei uns in Jesteburg 88% – wahrscheinlich Landesrekord!

Und auf die Umfragen folgen die Anträge bei der Landesschulbehörde, dann die Gründungen.

 

Also: die Regierung bekommt von den Eltern deutliche Zeichen. Die Features der IGS tragen zur Entscheidung mit bei: Ganztagsbeschulung, kein Turboabitur, mehr pädagogische Hinwendung auf Grund der notwendigen individuellen Förderung etc.

 

Wie reagieren Wulff und Heister-Neumann? Im Fußball würde man das wahrscheinlich als durchsichtiges und fortwährendes taktisches Foulspiel bezeichnen und da wäre die gelbe Karte schon längst gezückt.

  • erst dürfen IGS nur mindestens fünfzügig sein (damit wird die Gründung deutlich erschwert)
  • dann dürfen IGS nur entstehen, wenn das Regelschulsystem nicht gefährdet ist (äh, und der Elternwille???)
  • dann wird eine Anmeldung von neuen IGS als Ganztagsschulen verweigert (erster Schritt zum Boykott der offensichtlich zu sehr nachgefragten Schulform)
  • dann wird – jüngster Streich – das Turboabitur auch für IGS obligat (damit negiert die Bildungs(sic!)Ministerin die Tatsache, dass ein erfolgreiches Konzept gemeinsamer Beschulung auch Zeit braucht: ein schulformübergreifender Unterricht in heterogenen Lerngruppen wird erheblich erschwert oder sogar nicht mehr möglich sein).

Was einen im ersten Moment mit offenem Mund staunen lässt ist die Durchsichtigkeit dieses Aktionismus: da will jemand weil die Eltern/Bürger/Wähler nicht so abstimmen wie es seitens der Regierung gewollt ist, eine bestimmte Schulform torpedieren. Was starke Emotionen hervorruft ist die enorme Destruktivität des Handelns in diesem Fall und – und das ist wirklich traurig – seine Auswirkungen auf eine Vielzahl von Einzelschicksalen.

 

Unsere Prognose: dieses Thema wird eine Menge Eltern mobilisieren. Wir werden informieren.

 


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