… hat der Kultusminister schon selbst. Unterschiedliche Meinungen zum Thema G8/G9 – also zur Bildungsreform, die in verschiedenen Bundesländern zu einer verkürzten Ausbildung an den Gymnasien geführt hat. Jetzt wird – auch in Niedersachsen – mit Abitur nach 8 statt früher nach 9 Jahren abgeschlossen.
Einerseits so sieht das die Regierung: (Dezember 2007)„Die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern, Lehrkräfte und die Studienanfängerinnen und -anfänger haben allen Grund, den Jahreswechsel entspannt zu begehen und optimistisch in die Zukunft zu schauen.“ Darauf hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (28.12.2007) in Hannover hingewiesen. Insbesondere seien auch die Vorkehrungen für den doppelten Abiturjahrgang 2011 getroffen. Die ganze Presseerklärung im Bildungsklick.
Andrerseits so – weniger unter Marketing-Gesichtspunkten formuliert, betroffener, aber auch sachlich irgendwie anders (?) – (November 2007) „…erreichen mich in der letzten Zeit allerdings vermehrt zwei Hinweise, auf die ich an dieser Stelle eingehen möchte: Im Schuljahr 2010/2011 werden die Schülerinnen und Schüler aus zwei Schuljahrgängen zugleich das Abitur erwerben. Ich höre nun, dass es unter Umständen Anschlussschwierigkeiten geben könnte, wenn die Schülerinnen und Schüler dieser beiden Schuljahrgänge in den letzten beiden Schuljahren vor dem Abitur den Unterricht gemeinsam besuchen sollen. […] Ich nehme diese Sorgen ernst. Um den Übergang von G 9 nach G 8 gelingen zu lassen, plane ich deshalb Folgendes: Ab dem 1.2.2008 werden die Gymnasien ein zusätzliches Budget erhalten, mit dem sie für die Dauer zunächst zweier Schulhalbjahre die Schülerinnen und Schüler des jetzigen 9. Schuljahrgangs besonders fördern können. […] Ziel ist es, diagnostizierte Kenntnisdefizite in bestimmten Fächern wie z. B. Mathematik, Deutsch oder Fremdsprachen auszugleichen und den Anschluss der Schülerinnen und Schüler des jetzigen 9. Schuljahrgangs an die des jetzigen 10. Schuljahrgangs noch vor Eintritt in die Qualifikationsphase sicherzustellen“ (aus der Rede des Niedersächsischen Kultusministers Bernd Busemann anlässlich des Philologentages 2007 am 28. und 29. November in Goslar).
Und ein deutlich anderes Weltbild hat die Gewerkschaft: die GEW hat die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre als «unausgegorene und völlig verhunzte Reform» kritisiert. Für eine sinnvolle Umsetzung müsse der Unterricht in Ganztagsschulen neu organisiert werden und ein pädagogisches Konzept mit Lern- und Ruhephasen den gesamten Tagesablauf steuern. Diese Vorarbeiten hätten die meisten Bundesländer bei der überstürzten Einführung des G8 jedoch nicht erbracht, erklärte die GEW am Mittwoch in Frankfurt am Main.
GEW-Vizechefin Marianne Demmer sprach sich gegen einen Vorstoß Niedersachsens zur Senkung der Pflichtstundenzahl an den Gymnasien aus. «Es bringt gar nichts, wenn jetzt die bundesweit geltende Mindestgrenze von 265 Jahreswochenstunden von der Kultusministerkonferenz gekippt und Lehrpläne zusammengestrichen werden», sagte Demmer. «Im Gegenteil: Damit droht ein weiterer Qualitätsverlust. Die Kürzungen werden vor allem die musischen und sportlichen Aktivitäten treffen.

Und zumindest den Anlass zum Unmut beschreibt auch … BILD – normalerweise ja nicht die erste Adresse für Bildungs-Diskussionen: „Wie die Schule unsere Kinder krank macht“ … „Er hat Tausenden von Eltern (und Schülern!) aus der Seele gesprochen: TV-Moderator Reinhold Beckmann. In BILD hatte er die völlig verkorkste Schulpolitik kritisiert, die katastrophalen Folgen vor allem für die Schüler angeprangert: der immense Schulstoff wird im Unterricht bloß durchgehechelt. / die Kinder kommen völlig k.o. aus der Schule. / Dahinter steckt eine ungeheuer schlampige Reform“