Verfasst von: burmeister | 9. November 2009

da capo: Finnland als Vorbild

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Bildungswissenschaftler stellen ein neues Buch zu einem unserer Lieblingsthemen vor: Das Bildungswesen in Finnland, hrsg. von Aila-Leena Matthies und Ehrenhard Skiera. Klinkhardt-Verlag, Bad Heilbrunn, 2009. 292 Seiten, 19,90 Euro.

Die bereits bekannten Fakten werden auch hier thematisiert:

  • 70 Prozent der finnischen Jugendlichen erreichen das Abitur
  • Der Schlüssel zum finnischen Erfolgsmodell liegt in einer Kombination von einem allgemeinen Unterricht für alle – verbunden mit Förderunterricht auf Zeit für jene Schüler, die Lernschwierigkeiten oder etwa wegen einer Erkrankung Nachholbedarf haben
  • Es gibt den sozialpolitischen Grundsatz „wenn die Schule geschlossen wird, stirbt das Dorf“

Die Autoren kommen aber auch zur Erkenntnis, dass das Modell nicht auf Deutschland übertragbar sei – das zumindest berichtet der tagesspiegel heute. – Was das heissen soll? – Wir lesen das Buch und geben noch einmal ausführlicher Bescheid zum Thema!

Verfasst von: burmeister | 8. November 2009

Nachwuchs wird zu Goldstaub …

… titeln die Norddeutschen Neuesten Nachrichten treffend und berichten unter dieser Überschrift zur aktuellen Bertelsmann-Studie, die den demografischen Wandel und seine Folgen präzise beschreibt:

  • Nur noch 9 statt jetzt 11 Mio. Schüler in Deutschland in 15 Jahren
  • Und diese Entwicklung führt vielerorts recht zwangsläufig zum Ende des dreigliedrigen Schulsystems … mangels Masse

Mit Verlaub, das ist der Kern der Diskussion der Jesteburger Schulinitiative mit Politik und Behörden: unser Modell einer gemeinsamen Beschulung (sei es in einer Kompetenzschule oder eines grund- und Sekundarschule) ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung – neben den pädagogischen Argumenten – eben das zukunftsorientierte Konzept.

Weitere Berichte zur Bertelsmann-Studie z.B. auch im ‚Focus’.

Verfasst von: burmeister | 8. November 2009

Pragmatismus statt Pädagogik

Noch ein Überbleibsel der G.W.Bush-Ära. Und sicher gut gemeint: das Programm »Kein Kind darf zurückbleiben« (No Child Left Behind Act (NCLB)), das Schulen in Amerika verpflichtet, allen Kindern ein Mindetsmaß an Fertigkeiten beim Lesen, Schreiben etc. beizubringen – und das auch nachzuweisen. Sonst, wenn das nicht erfolgt, drohen Sanktionen: die Schulen bekommen weniger Geld zugewiesen, müssen evtl. sogar die Buskosten zu anderen Schulen übernehmen, wenn dort nachweisbar bessere Ergebnisse für das einzelne Kind zu erwarten sind. Wir reagieren die Schulen darauf: mit Konzepten, pädagogischen Ansätzen, Überlegungen zur individuellen Förderung … , nein, nicht mit vermehrten Anstrengungen, sondern in der Tat mit der Absenkung der Prüfkriterien, damit sie den möglichen Sanktionen entgehen.  Mehr dazu bei Anderson Cooper/CNN.

Verfasst von: burmeister | 31. Oktober 2009

Do schools kill creativity?

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Der brillante Sir Ken Robinson hat auf der TED-Konferenz 2006 einen kurzen Vortrag zum Thema Kreativität und Erziehung (bzw. … wie unsere Erziehung Kreativität gefährdet oder gar vernichtet) gehalten, den man sich immer wieder antun kann. Bemerkenswert die Kombination aus Entertainment und Standpunkt; aus dem Vortrag kommt man extrem gut gelaunt raus, die Themen sind substanziell, es geht u.a. um:

  • das kreative Potential von Kindern und wie man es fördern sollte;
  • die Unvorhersehbarkeit der globalen Entwicklung – und damit die Frage für welche Rahmenbedingungen man Kinder heute überhaupt vorbereiten will; Kinder, die heute eingeschult werden, werden in 2065 verrentet aber keiner weiß, wie anders die Welt bereits in 5 Jahren aussehen wird;
  • die Stigmatisierung von Fehlern;
  • die Neudefinition von ‚Intelligenz’;
  • den Reichtum menschlicher Möglichkeiten.

Und nebenbei noch in einer sehr schönen Passage um die einseitige ertschätzung der ‚Verkopfung’ und die damit zusammenhängende Entkörperlichung der wissenschaftlichen Elite.

Sehenswert bei youtube.

Verfasst von: burmeister | 24. Oktober 2009

Wozu die Lehrer da sind

Auf den Punkt gebracht hat HARALD WALSER (Die Presse, Wien) einige Kritikpunkte am aktuellen Schulsystem in Österreich (das sich kaum von dem bei uns unterscheidet. Bzw.: eigentlich gibt es das selektive Schulsystem in dieser Ausprägung nur in Deutschland, Österreich und in der Schweitz).

Sein Blick auf die Lehrer zeigt das Defizit und seine Folgen: „Die Lehrerschaft wird mit […] Problemen alleingelassen. Das viel zitierte Burn-out ist eine Folge. In Finnland ist das anders, Burn-out bei Lehrerinnen und Lehrern fast unbekannt. Dort ist die Lehrerschaft dazu da, wofür sie ausgebildet wurde: zum Unterrichten. Und dazu gibt es an den Schulen, je nach Schultyp, bis zu 14 Prozent unterstützendes Personal – aus den Bereichen Sozialarbeit, Psychologie, Logopädie, Legasthenie, Dyskalkulie usw. Bei uns hingegen sollen Lehrerinnen und Lehrer alle anfallenden sozialen und psychologischen Probleme ihrer Schülerinnen und Schüler selbst lösen“. Nachzulesen: Ein Hilfeschrei aus der Schule!

Verfasst von: burmeister | 24. Oktober 2009

Rechenkünste / Regierungskunst

Der Landkreis Peine beantragt eine IGS; die Schulbehörde lehnt ab: der Bedarf wird nicht gesehen. So argumentieren kann die Schulbehörde nur, weil sie alle Eltern, die in der Befragung ihre Stimme nicht abgegeben haben, automatisch als IGS-Gegner zählt. 50% der Eltern haben sich beteiligt, 74% dieser Eltern haben sich für eine IGS in Lengede ausgesprochen. Damit ist eine Nachfrage bis weit nach 2020 eigentlich gesichert. Interessant: Frau Heister-Neumann ist nicht nur Kultusministerin, sondern auch die für diesen Wahlkreis zuständige Landtagsabgeordnete. Setzt sich bei diesem Thema aber nicht für Ihren Wahlkreis ein sondern gibt dem ersten Kreisrat telefonisch Bescheid: „Sie sagte mir, dass das Land nunmehr genug Integrierte Gesamtschulen genehmigt habe“. Weitere Informationen unter

newsclicklengede.depaz-online

Verfasst von: burmeister | 8. September 2009

Underachievement

Auch unser Anliegen: die Abiturquote erhöhen. Begabte Kinder ihre Begabung ausleben lassen. Das das selektive Schulsystem dem entgegensteht ist eine inzwischen banale Erkenntnis. Und die wird immer wieder belegt. Zuletzt zum Beispiel durch die Studie „Ungleiche Bildungschancen: Welche Rolle spielen Underachievement und Persönlichkeitsstruktur?“ u.a. von Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Befunde der Studie deuten darauf hin, dass nicht Leistungs-, sondern eher Unterschiede in Bildungsentscheidungen das höhere Risiko eines Underachievement von Kindern aus nicht-akademischen Familien verursachen. Das konkrete – bedauerliche – Ergebnis: Insgesamt besuchen 17 Prozent der ca. 900 repräsentativ ausgewählten Schüler einen Schultyp unterhalb ihres Leistungsniveaus. Diese Schüler können ihr Lernpotenzial nicht in Bildungserfolge umsetzen. Ihre Motivation wird nur unzureichend gefördert, eine Bildungskarriere im Keim erstickt. Die ganze Studie gibt’s beim WZB.

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Etikettiert wie Eier’ ist der Kommentar zur Studie in der SZ betitelt; und in seinem Kommentar kommt T.Schultz auch auf Möglichkeiten und Risiken von neuen Schulstrukturen zu sprechen und landet dabei bei unserem zentralen Problem: der föderalistischen Bildungskompetenz-Verteilung: „Eine neue Schulstruktur bringt wenig (oder ist sogar gefährlich), wenn nicht auch die Schulkultur und der Unterricht sich wandeln. Deshalb sind revolutionäre Taten oder handstreichartige Reformen in der Schulpolitik oft so fruchtlos. Eine „Schule für alle“ lässt sich in Deutschland wegen des erbitterten Widerstands der Konservativen ohnehin nicht so einfach durchsetzen. Mehrere Bundesländer führen aber nun auch aus demographischen Gründen ihre Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammen. Viele Eltern und Lehrer würden sich wünschen, dass dabei nicht jedes Land wieder ein eigenes Modell erfindet. Aber das führt zu einem ganz anderen – dem föderalen – Gliederungsproblem“

Verfasst von: burmeister | 28. August 2009

Weinen, wenn die Ferien beginnen

Wie müssen vorbildliche Schulen aussehen? Die müssten „für die Schüler einen so hohen Wert besitzen, ihnen so wichtig und wertvoll sind, dass die Kinder weinen, wenn die Ferien beginnen“. Der das so plakativ sagt ist der Hirnforscher Gerald Hüther von der Universität Göttingen auf ‚Vienna.Online’. Als wichtigen Bestandteil fürein richtiges Lernklima nennt er: Lehrer, die ihre Schüler mögen und sich nicht nur als Dienstleister verstehen, und die nicht nur von ihrem Fach begeistert sind, sondern auch von der Möglichkeit den Stoff zu vermitteln begeistert sind. Der ganze Artikel auf www.vienna.at.

Verfasst von: burmeister | 18. August 2009

2-3 Privatschulen … pro Woche!

DER SPIEGEL berichtet über den aktuellen Privatschulgründungsboom; heute haben wir über 40% mehr Privatschulen als noch vor 1995, jede Woche werden mehrere Schulen gegründet / beantragt. Aber: die Quote der privaten Schulen in Deutschland ist im Verhältnis zu unseren Nachbarländern noch niedrig.

Was muss man tun, um eine Privatschule genehmigt zu bekommen? – Laut Artikel 7 des Grundgesetzes muss eine private Schule entweder konfessionell sein oder ein besonderes pädagogisches Konzept (!!!) verfolgen.

Hier der LINK zum Artikel.

Verfasst von: burmeister | 4. Juli 2009

Pause …

Die Initiative macht Urlaub.

urlaub

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